Geschäftsmann mit Weitblick und Liebe zur Natur

Trauer in Endingen um Karl Fuchs, der am Sonntag im Alter von 70 Jahren gestorben ist.

 

ENDINGEN. Er war engagierter Geschäftsmann, Planer, Visionär, Musiker, leidenschaftlicher Familienmensch und Naturliebhaber. Am Sonntag ist Karl Fuchs im Alter von 70 Jahren gestorben.

Eigentlich war Karl Fuchs Elektroingenieur, doch der Erfolg des elterlichen Modehauses nahm seinen Lauf und so bat ihn die Familie, mit einzusteigen. 1974 folgte er seinem Bruder Ernst in die Geschäftsführung. Gemeinsam entwickelten sie das Modehaus Fuchs zur regionalen Marke, 1980 übernahmen sie das Unternehmen offiziell. Karl Fuchs hatte maßgeblichen Anteil am Neubau an der Dielenmarktstraße, der 1985 eröffnet wurde. Akribisch bis ins kleinste Detail entwickelte er die Konzeption für ein zukunftsorientiertes Geschäftsgebäude – schon damals barrierefrei und mit Blick für genug Parkplätze für die Kunden. Im operativen Geschäft war er für den gesamten Sortimentsbereich Herrenmode, Werbung, Einkauf, Verkauf, Schauwerbegestaltung und vieles mehr zuständig. Karl Fuchs war jederzeit Ansprechpartner für die Kundschaft, wurde geschätzt wegen seines Fachwissens, aber noch mehr wegen seiner Unkompliziertheit und seines Humors. 2007 übernahm Sohn Ingo das Unternehmen, Karl Fuchs unterstützte ihn bis zuletzt weiterhin im Geschäft.

Sein planerisches Können als Ingenieur brachte Karl Fuchs nicht nur beim Neubau des Modehauses ein, sondern viele Jahre später auch bei der Sanierung der Vinothek "Zum Alten Wagenmann" ein. Hier erfüllte sich Fuchs mit viel Herzblut einen persönlichen Traum und verband seine Begeisterung für bauliche Konzeption mit der Liebe zu Gastlichkeit sowie gutem Essen und Trinken.

Viel Zeit für andere Aktivitäten ließ die engagierte Arbeit im Einzelhandel – oft verbunden mit dem sonntäglichen Gang ins Büro – nicht, doch eines war Karl Fuchs stets wichtig: die Musik. 1959 trat er in die Stadtmusik Endingen ein, spielte Klarinette und war bis 1998 aktiv dabei. Von 1982 bis 1985 übernahm er zudem Verantwortung als Vorsitzender der Stadtmusik. 1998 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Langjähriges Mitglied war Karl Fuchs auch beim SV Endingen.

Ausgleich zum Beruf fand Karl Fuchs in der Natur. Auf einem Grundstück am Wald pflanzte er Reben und Obstbäume, dort und lebte seine Liebe zur Natur aus. Für die Enkel waren die Besuche auf dem Gelände Abenteuer pur. Umwelt und Natur waren ihm wichtig und deshalb engagierte er sich vehement gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl. Ungerechtigkeiten trat er energisch entgegen.

Über Jahrzehnte hinweg betreute Karl Fuchs liebevoll seine behinderte Schwester Doris. Das Leben habe es gut mit ihm gemeint, betonte Karl Fuchs immer wieder. Grund genug für ihn, sich auch für Menschen zu engagieren, denen es anders ergangen ist. Er unterstützte Kinder in armen Ländern und regelmäßig auch die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen".

Die Trauerfeier für Karl Fuchs findet am Freitag um 14 Uhr in der Peterskirche statt. Die Beerdigung findet anschließend im engsten Familienkreis statt

Artikel von Martin Wendel aus der Badischen Zeitung vom 17. Januar 2018

 

 

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